Plastikreduzierte Alternativen zu Kaugummi

Plastikfreie KaugummialternativenIch hab mich in letzter Zeit mal ein bisschen umgeschaut nach Alternativen zum Kaugummi. Ich hab nämlich keine Lust mehr auf einer Plastikmasse aus Erdöl mit allerhand ungesundem Zeug drin rumzukauen, denn genau das ist ja Kaugummi, wenn man sich die Inhaltsstoffe mal vor Augen führt. Und da vergeht zumindest mir gehörig der Appetit. Wenn man dann auch noch einen Blick auf die Straßen und Bürgersteige wirft, ist endgültig klar, dass irgendwie eine umweltfreundlichere und auch gesündere Variante her muss.

Kennt ihr eigentlich diesen Künstler, der festgepappte und plattgetretene Kaugummis in London bemalt? Ziemlich cooler Typ! Bringt ein bisschen Farbe auf den Asphalt und schubst ganz vielleicht sogar noch die grauen Zellen an, die Bescheid geben, dass es bis zum nächsten Mülleimer gar nicht so weit ist. Hier ist der Link zu seiner Flickr Seite. Lohnt sich mal durchzuklicken! Seine Minikunstwerke sind schon schick.

So, zurück zum Thema. Die beste „Alternative“ ist immer noch nicht zu konsumieren – klar! Ein großer Kaugummikauer bin ich eigentlich auch gar nicht, aber manchmal tut ein kleiner Frischekick für die Mundhöhle eben doch ganz gut. Also habe ich mich mal auf die Suche nach Alternativen gemacht – für die Ausnahme zwischendurch.

Meine Ansprüche sind wie immer natürlich totaaal niedrig gehalten, ähem: möglichst plastikfreie Verpackung, kein Aspartam und wenn möglich kein Zucker, vegan, möglichst natürliche Inhaltsstoffe, 100% biologisch abbaubar. Anspruchsvoll, ich? Niemals!

Tatsächlich habe ich zwei unterschiedliche Sorten Frischepastillen und ein Ökokaugummi aufgetrieben und mal zum Probieren mitgenommen. Schon mal vorweg: Die Suche ist definitiv noch nicht beendet! Ultimativ sind meine Testkandidaten leider alle nicht!

Chicza Bio Regenwaldkaugummi

Plastikfreie Kaugummialternativen: Chicza Regenwald Kaugummi

12 Stück, Preis: über 2€

Verpackung: Pappe und Plastikfolie

Inhaltsstoffe laut Verpackung: Rohrzuckersirup*, Kaumasse*, Glucose*, Agavendicksaft*, Minze Aroma*   * aus kontrolliert biologischer Herkunft

Ja, das Kaugummi enthält Zucker, aber ich wollte es unbedingt ausprobieren, weil es das einzige 100% biologisch abbaubare Kaugummi auf dem Markt ist, soweit ich informiert bin. Es klebt nicht und zersetzt sich vollständig innerhalb weniger Wochen – wie Blätter.

Die deklarierte „Kaumasse“ ist so genanntes Chicle Latex aus dem Saft des Chicozapotebaumes. Es ist, im Gegensatz zu den in herkömmlichen Kaugummi verwendeten chemische Polymeren, ganz natürlich. Für das Chicza Kaugummi wird das Chicle biologisch, fair und nachhaltig durch eine altbewährte Vorgehensweise gewonnen durch die der Regenwald nachhaltig bewirtschaftet und so geschützt .

Plastikfreie Kaugummialternativen: Chicza Regenwald KaugummiDie Konsistenz des Regenwaldkaugummis ist erstmal ein bisschen Gewöhnungsbedürftig. Die Masse ist erst Hart und leicht zu zerbeißen, wird dann breiig und erst nach und nach gewohnt Kaugummiartig. Der Geschmack ist super, nur ist er ungefähr nach 2 Minuten komplett verschwunden. Eine wirklich wirklich schwache Leistung für so einen stolzen Preis!

Das Problem mit dem Geschmacksverlust hat wohl nicht nur Chicza. Generell ist es wohl so, dass der Geschmack um so schneller abnimmt, je mehr von der öko Regenwaldkaumasse verwendet wird. Ich hab zu dem Thema tatsächlich sogar eine Kolumne im Spiegel entdeckt, wo auch noch andere Bio-Kaugummis getestet wurden (da gibt’s wohl auch welche ohne Zucker, die sind aber nicht biologisch abbaubar) – jedes Mal das gleiche Manko, der schnelle Geschmacksverlust.

Also wenn der frische Geschmack nur 2 Minuten hält, dann muss ich auch kein Kaugummi für fast 3€ die Packung kaufen! Nichts für mich also. Schade!

Plus 100% biologisch abbaubar                                  Minus Geschmack hält nicht lange, wenig erfrischend

Plus fair, bio, nachhaltig                                                  Minus kariogen durch viel Zucker

Plus vegan

Plus natürliche Inhaltsstoffe

Plus Geschmack an sich

Liberty Cool Mint

Plastikfreie Kaugummialternativen: Liberty cool mint Pastillen

65 Stück für um die 1,70 bis 2€ (real)

Verpackung: Weißblechdose, FSC zertifiziertes Papier, Aufkleber auf der Rückseite und eine kleine Lasche zum Verschließen aus Plastik

Inhaltsstoffe laut Verpackung: Süßungsmittel (Xylit, Sorbit, Maltit, Sucralose), Verdickungsmittel Gummi Arabicum, Aromen, Trennmittel Magnesiumsalze von Speisefettsäuren

Ich hab mal ein paar Stichpunkte zu den einzelnen Zutaten rausgesucht, um beurteilen zu können, ob sie okay sind oder nicht.

Xylit: zahnpflegend, nicht kariogen, wird aus Mais oder Birken-/Buchenholz hergestellt.

Sorbit: leicht kariogen. Finde ich seeehr interessant, denn es kommt  laut Wikipedia in den meisten Zahncremes vor. Ernsthaft?!

Maltit: nicht kariogen, kann gentechnisch verändert sein, wird aus Mais oder Traubenzucker hergestellt.

Sucralose: verursacht kein Karies, kann wohl aber zu einer Vorstufe von Diabetes führen.

Gummi Arabicum: wurde früher im alten Ägypten zur Behandlung viraler Infekte benutzt.

Magnesiumsalze von Speisefettsäuren: wird aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt, üblicherweise aus Pflanzenölen wie Soja-, Raps- oder Maisöl.

Nur weil die Magnesiumsalze von Speisefettsäuren üblicherweise aus pflanzlichen Fetten besteht, heißt es ja nicht, dass es in diesem Fall auch so ist und deshalb habe ich mal bei Ferrero nachgefragt. Die Antwort: „Unser Produkt Liberty sugarfree cool mint ist rezepturgemäß frei von tierischen Bestandteilen. “ Juchu! :)

Plus lecker und erfrischend, nicht zu scharf                              Minus Inhaltsstoffe: Sorbit und Sucralose

Plus vegan                                                                                              Minus Xylit bestimmt aus Mais nicht aus Holz

Plus tierversuchsfrei

Acti fresh Drops active Spearmint

Plastikfreie Kaugummialternativen: Acti Fresh Drops

Preis: um die 1,50€

Verpackung: Weißblechdose, Plastikstreifen zur Versiegelung der Dose

Inhaltstoffe laut Verpackung: Isomalt, Maltitsirup, Pflanzenauszüge (Curcuma, Brennessel, Spinat), Zinkgluconat, Sorbitsirup, Vitamin C, natürliches Minz-Aroma, natürliches Menthol-Aroma, Fruchtsaftkonzentrat (0,1%) aus Orange, Limette, Zitrone; Aroma, Süßstoff: Stevioglycoside

Erläuterung zu den Incis:

Isomalt: nicht kariogen, gilt als unbedenklich, weniger Kalorien als Zucker, beeinflusst den Insulinspiegel nur gering, wird aus Mais hergestellt

Maltitsirup: besteht aus Maltit und Glucose/kurzkettige Mehrfachzucker und wirkt deshalb anders als Maltit kariogen und beeinflusst den Insulinspiegel, gilt als unbedenklich, weniger Kalorien als Zucker, wird aus z.B. Mais oder Weizenstärke hergestellt

Zincgluconat: Salz des Zink

Sorbit: leicht kariogen. Finde ich seeehr interessant, denn es kommt laut Wikipedia in den meisten Zahncremes vor. Ernsthaft?!

Stevioglycoside: keine Kalorien, werden chemisch aus den Blättern der Stevia-Pflanze gewonnen, zahnfreundlich, beeinflussen den Insulinspiegel nur sehr gering

Mal ganz abgesehen von den Inhaltsstoffen, sind die Acti Fresh geschmacklich in meinen Augen ein absoluter Totalausfall. Ich finde, die schmecken wie diese Lutschpastillen gegen Halsschmerzen – ekelhaft!

Plus viele natürliche Inhaltsstoffe                              Minus kariogen

Plus vegan                                                                           Minus Geschmack

Fazit:

Mein persönlicher Testsieger von den dreien ist Liberty cool mint. Geschmacklich sind die Pastillen super, einige der Inhaltsstoffe stören mich allerdings. Sorbit, weil es kariogen ist und Sucralose, weil es zu einer Vorstufe von Diabetes führen kann. Dann kann ich auch Zucker essen, dafür muss wenigstens kein blöder Mais angebaut werden. Die Suche geht also weiter.

Wenn ihr Tipps habt, immer gerne her damit :)

8 Gedanken zu „Plastikreduzierte Alternativen zu Kaugummi

  1. Kaddi

    Du kannst Pfefferminzdrops auch selbst machen – Xylit (das Gute aus Holz ;-))in einem kleinen Töpfchen auf der Herdplatte schmelzen, dann äth. Pfefferminzöl zum Aromatisieren einrühren und das Ganze nur zum Teil in Silikonpralinenförmchen füllen und aushärten lassen.
    Okay, sind ein bisschen größer als Tictac und Konsorten, aber du hast den zahnpflegenden Xylitvorteil ohne weitere Inhaltsstoffe (und günstiger als fertig gekaufte reine Xylitprodukte).
    Sorbit hat mich auch verblüfft – die Kariesbakterien „lernen“ bei häufigem Verzehr, die Substanz zu verstoffwechseln – das ist bekannt und trotzdem wird einem der Kram als zuckerfrei und zahnfreundlich angepriesen…
    Xylit wird von der Bakterie aufgenommen und kann nicht verstoffwechselt werden, legt sie somit quasi lahm.
    Ich mache auch Fruchtbonbons mit Xylit – mit Zitronen- oder Orangen- oder Mandarinenöl und dann noch etwas Vitamin C zum Säuern.
    Sehr lecker!
    LG, Kaddi

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    1. einbisschengrüner

      Hi Kaddi,
      danke für den Tipp! :) Tatsächlich habe ich schon mal Erkältungsdrops ausprobiert, so wie du sie beschrieben hast. Allerdings sind sie mir viiiiel zu süß geworden und ich habe es nicht noch mal versucht. Die Fruchtbonbons klingen aber sehr interessant! Mal schauen, ob ich irgendwann noch mal einen neuen Versuch wagen werde :)
      Liebe Grüße
      Caro

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  2. Eliane Zimmermann

    super markttest, danke! zu den pastillen: es gibt ‚aromuli‘, kleine globuli aus xylit/birkenzucker mit unterschiedlichen ätherischen ölen, sie können je nach empfindlichkeit sogar nicht beruhigend, belebed oder sonst wie therapie-ähnlich wirken. (ich bin aromatherapeutin, darum der hinweis ;-) )

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