Einfach mal machen!

Müllsammeln am Strand

Ihr habt lange nichts gehört von mir. Erst war ich auf einer Exkursion und danach hatte mich das das Leben da draußen mitsamt Unialltag ganz schnell wieder ein- und fast überholt, deswegen musste der Blog schweren Herzens zurück stecken. Jetzt geht es aber wieder weiter hier!

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, wollte ich euch noch ein bisschen von Italien erzählen, dahin ging nämlich die Exkursion, und euch ein wenig von meinen Entdeckungen in den Coop Supermärkten dort berichten. Wer mir bei Instagram folgt, hat es vielleicht schon gesehen: In beiden Coops, an denen wir gehalten haben, gab es nämlich Abfüllstationen – das eine Mal für Tierfutter und das andere Mal für Müsli. Im ganz normalen Supermarkt! :) Zwar wurden Plastiktüten zum Abfüllen angeboten, aber ich bin mir sicher, dass mitgebrachte Beutel ganz bestimmt kein Problem gewesen wären. Für meine Gemüsebeutel haben mich die Kassierer jedenfalls weniger doof angeschaut als jene hier in Deutschland. Ein Highlight war auch noch das Agar Agar im Glas, was ich einfach mitnehmen musste (ein neuer Versuch selbstgemachten Weingummis ruft, der dann hoffentlich auch glückt).

Noch begeistert von den Bulkbars, war der Blick an die Strände dann umso ernüchternder. Plastikbecher, Plastikstrohhalme, Plastikfolien, Plastikflaschen en masse. Waaaaah!

Müll am Strand

Da lobe ich mir doch den deutschen Pfand, auch wenn das System bei weitem nicht optimal ist. Aber weil Aufregen nicht weiter hilft, habe ich mir dann Mülltüten geschnappt und zusammen mit ein paar Freunden gründlich den Strand aufgeräumt. Auf dem Foto am Anfang des Artikels ist nur ein ganz kleiner Teil vom dem zu sehen, was wir aufgesammelt haben. Es kamen noch 2 volle Plastiktüten dazu.

Von Plastikmuell befreiter Sandstrand

Ich bin absolut keine Aktivistin, aber solche Aufräumaktionen mache ich öfter mal. Warum denn nicht einfach beim nächsten Spaziergang ein Tüte einstecken und auf dem Weg alles an Müll aufsammeln, was man so findet?

Gesammelter Abfall

Hier seht ihr zum Beispiel den Abfall, den ich vom unbebauten Grundstück neben meinem Haus gesammelt habe.

Müll vom Strand sammeln, sich gut fühlen, weil man einen ganz ganz kleinen Teil zu einer besseren Welt beiträgt, dabei gesehen werden und so vielleicht noch mehr Menschen zu motivieren ist doch ein viel schönerer Weg Aufmerksamkeit zu schaffen, als sich darüber zu beschweren wie schlecht die Welt ist, in der Stadt zu stehen, genervten Menschen Flyer in die Hand zu drücken, die niemand liest und missmutig nach Hause zu gehen, mit dem Gefühl, wieder nichts bewirkt zu haben.

Versteht mich nicht falsch, Kommunikation, Aufklärung und große Aktionen und sowas sind auch enorm wichtig und ich bewundere all jene, die sich in dem Maße engagieren.  Aber ich bin der Meinung, den Hintern hochbekommen und selber versuchen die Missstände anzupacken, ist so viel motivierender und befriedigender! Gerade deshalb finde ich auch Zero Waste und Plastikvermeidung so schön. Jeder kann das für sich selber machen, trägt so seinen ganz eigenen Teil zum Umweltschutz bei, was gleichzeitig eine wahnsinnig inspirierende Wirkung haben kann, eben weil alles so defensiv geschieht.

Alleine kann ich sowieso nichts ändern, dachte sich die halbe Welt.

8 Gedanken zu „Einfach mal machen!

  1. widerstandistzweckmaessig

    Hallo!

    Ich war vor einigen Tagen auch in Italien und habe leider am Strand ebenfalls sehr viel Plastikzeug herum liegen gesehen. Natürlich konnte ich nicht anders und habe es aufgehoben. Jeden Tag ein bisschen. Daran vorbei gehen und nichts tun konnte ich nicht.

    lg
    Maria

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  2. Ela

    Was für eine tolle Aktion! Seit ich mich mit dem Thema Plastik auseinandersetze, fällt mir auch immer mehr auf, wie viel Müll eigentlich herumliegt… Und wo man plastikfrei einkaufen könnte :)
    Liebe Grüße,
    Ela

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  3. freudenwege

    Ich freue mich immer wieder über Menschen wie dich! :) Danke für diesen tollen Beitrag! Wir können sehr wohl etwas ändern. Kampagnen im großen Stil sind toll, aber wenn jeder einzelne den Hintern hoch bekommt, ist das noch großartiger ;)

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  4. slowlygrowblog

    Wow. Das ist sehr beeindruckend.
    Das hört sich ganz nach einer Geschichte meiner Lieblings-Kurzgeschichten an:

    Seestern

    Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand.

    Nachdem das Unwetter langsam nachließ, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren.

    Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer.

    Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte: “Du dummer Junge! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust, ändert nicht das Geringste!”

    Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte er: “Für ihn wird es etwas ändern!”

    Quelle: Entdecke dein Gehirn,1997 von Patrick Porter

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