Mein Jahresrückblick 2016

Zero Waste Jahresrückblick 2016

Ich dachte mir, es wird mal wieder Zeit für ein Update und passend zum neuen Jahr bietet sich da doch ein Jahresrückblick an.

Wenn ich so über 2016 nachdenke, dann hat sich ganz schön viel verändert in meinem Leben. Vor allem aber auch in meinem Denken. Es fühlt sich gut an, aufs Jahr zurückzublicken, denn zusammengefasst fühlt sich 2016 extrem positiv an – so, als habe ich was geschafft und das ist ja immer ein gutes Gefühl.

Zero Waste

Mitte des Jahres bin ich für mein Auslandssemester von Oldenburg in die Niederlande gezogen und probiere jetzt mal das Leben als Zero Waster in Groningen aus. Der Unverpacktladen dort hat leider ungefähr zwei Monate bevor ich ankam zugemacht – ich war so enttäuscht! – aber unverpackt Einkaufen geht dort trotzdem erstaunlich gut; jedenfalls viel besser als in Oldenburg. Aber dazu gibt es bald mehr in einem eigenen Artikel.

In den Niederlanden habe ich keinen wirklichen Überblick mehr, wieviel Abfall ich verursache. Bevor ich nach Holland gegangen bin, hat es ungefähr ganze 12 Wochen gedauert, bis ich einen Gelben Sack voll hatte. Drin waren vor allem noch:

  • Verpackungen von Sojajoghurt (Die einzige plastikfreie Option wäre Selbermachen)
  • Verpackungen von hellen Dinkelnudeln (Die einzige Sorte Nudeln, die ich esse und die ich noch nicht ohne Plastik gefunden habe. Ich esse aber gar nicht mehr so häufig Nudeln, sondern meistens Kartoffeln oder Hirse)
  • Tetrapaks von Pflanzenmilch (einzige Option wäre Selbermachen und das ist mir noch nicht zufriedenstellend geglückt – ich habe aber auch schnell aufgegeben)
  • Plastikverpackungen von Lebensmitteln vom Foodsharing/Containern etc. (würden sowieso weggeworfen werden)
  • aus Versehen gekauftes Plastik von Mogelpackungen
  • ab und an noch „Altlasten“
  • manchmal Verpackungen von Gebrauchsgegenständen, die eigentlich plastikfrei, aber in Plastik verpackt sind
  • anfangs noch ab und an Verpackungen von Keksen, Chips oder Süßigkeiten – jetzt, da ich darauf achte möglichst keinen Zucker mehr zu essen, bin ich ziemlich gut davon losgekommen oder backe selber
  • Ganz ganz selten mal Verpackungen von Lebensmitteln, die es einfach nicht plastikfrei gibt und bei denen das Selbermachen viel zu aufwändig ist z.B. Blätterteig.

Leider ist mein Leben noch lange, lange, lange nicht so plastikfrei, wie ich es gerne hätte. Mit einem Zero Waste Laden in der Stadt wäre es einfacher, aber auch so wird es immer besser und besser. Wenn ich zurück in Oldenburg bin, habe ich dann wenigstens endlich einen Unverpacktladen in der Nähe – den neuen SelFair in Bremen – wo ich dann ab und zu mal hinfahren und mich eindecken kann!

Auch ist da noch einiges an Küchengeräten aus Plastik, die ich geerbt habe und die erstmal bleiben dürfen. Nur ein neuer Blender muss unbedingt her. Da überlege ich gerade hin und her, welchen ich gerne hätte (Glasbehälter ist Pflicht!) und am liebsten möchte ich ihn natürlich gebraucht kaufen. Also, falls hier jemand einen abzugeben hat, Angebote nehme ich gerne entgegen! :)

Bleiben dürfen auch erstmal noch mein Plastik-Picknickgeschirr, was ich schon seit Ewigkeiten besitze und meine Tupperdosen, die ich aber teils schon gegen Edelstahl-/Glasdosen ausgetauscht habe und so nach und nach komplett ersetzen werde.

Noch eine Sache, die mich besonders nervt, sind meine Lippenpflegestifte. Ich möchte unbedingt ausprobieren, welche selber zu machen. Aber es dauert einfach so lange, bis die 5 angefangenen, die ich noch habe, endlich aufgebraucht sind.

Etwas, was auch sehr gern endlich das Zeitliche segnen darf, ist mein Plastik-Rasierer mit wechselbaren Klingen. Wenn er kaputt geht, gibt’s einen Rasierhobel aus Edelstahl.

Und dann ist da noch die Sache mit den Strohhalmen. Die vergesse ich nach wie vor meistens abzubestellen. Und dann gibt es immer diesen Moment, wenn man mit Freunden in einem Cafe oder einer Bar sitzt, ins Gespräch vertieft etwas bestellt und dann enttäuscht vor seinem Drink sitzt, weil man schon wieder vergessen hat den Strohhalm abzubestellen.

Und sonst so?

Ernährung

Seit etwas mehr als einem halben Jahr bin ich jetzt vegan und es fühlt sich unglaublich gut an! Ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, fühle mich freier, leichter und habe viel mehr Energie. Ich war vorher vier Jahre Vegetarierin und der Übergang zu vegan war ein ziemlich schleichender. Joghurt, Sahne, Milch und Eier – also alles bis auf Käse und Butter – hatte ich beim Kochen zuhause schon ziemlich lange ersetzt. Wenn ich auswärts gegessen habe, habe ich der Einfachheit halber aber meistens die vegetarische Variante gewählt und auf den Käse auf dem Auflauf wollte ich auch noch nicht verzichten. Mit der Zeit wurde es aber immer weniger und weniger Käse und mein Umzug nach Holland, war dann ein guter Zeitpunkt endgültig umzusteigen.

Zusätzlich dazu esse ich auch viel mehr roh, was mir total gut tut. Ich habe noch mal viel mehr Energie und die Nachmittags-Tiefs, die ich sonst im Herbst und Winter ganz stark hatte, sind komplett weg.

Konsum

Klamotten kaufe ich inzwischen, bis auf Unterwäsche und Socken, secondhand und bin unglaublich glücklich damit. Es ist so einfach schöne gebrauchte Kleidung für unglaublich günstig auf Flohmärkten oder Kleidertauschpartys zu finden! Ich finde es inzwischen total absurd, wie viel Geld ich früher für Kleidung ausgegeben habe. Trotzdem ziehe ich mich genau so an, wie ich möchte und habe ziemlich oft neue Sachen im Schrank. Und wenn ich doch mal etwas neu kaufe, achte ich darauf, dass es faire Ökomode ist, für die ich dann auch gerne mehr Geld ausgebe.

Andere Sachen versuche ich auch möglichst gebraucht zu kaufen. Je nach dem in welcher Stadt man lebt, klappt das mehr oder weniger gut – Groningen ist in der Hinsicht mit seinen Mamamini Kringloop Läden echt gut.

Generell nimmt die Konsumgesellschaft immer absurdere Dimensionen an für mich. Hatte ich früher ziemlich oft neue Klamotten gekauft und mir einfach ständig neue Dinge (vor allem Deko etc.) ins Haus geholt, zieht mich jetzt der Minimalismus immer mehr in seinen Bann und ich bin absolut überzeugt von der Sharing-Community. Ich merke, wie mich dieser Wandel vom Haben-müssen zum Teilen und selber machen immer offener macht, in jeder Hinsicht – und das ist unglaublich schön!

Sport

Dieses Jahr hab ich endlich mal gemacht, was ich mir seit bestimmt schon zwei Jahren vorgenommen hatte: Ich mache jetzt endlich Yoga. Und Pilates. Ich war nie ein Fan von Sport, aber das hat mich jetzt echt gekriegt. Ich fühle mich einfach immer so unfassbar gut in meiner Haut danach. Und ein bisschen me-time schadet ja nie.

Und 2017?

Meine Zero Waste to do-Liste für 2017:

  • Pflanzenmilch-Selbermachversuche wieder aufnehmen
  • DIY Sojajoghurt ausprobieren
  • Strohhalm abbestellen verinnerlichen

Gute Vorsätze fürs neue Jahr

Habe ich gute Vorsätze für 2017? Nicht so wirklich. Aber ein bisschen irgendwie schon. Ich möchte noch weniger Plastikmüll und Abfall im Allgemeinen produzieren. Ich möchte an Yoga und Pilates dranbleiben. Ich möchte noch öfter roh essen, weil es mir gut tut. Ich möchte noch einmal radikal aussortieren und mich von Dingen befreien. Und ich möchte jeden Abend das Schönste am Tag auf einen kleinen Zettel schreiben, in einem Glas sammeln, um am Jahresende nachlesen zu können, wie schön das Jahr gewesen ist.

Ich wünsche euch einen schönen Start ins neue Jahr! :)

5 Gedanken zu „Mein Jahresrückblick 2016

  1. Eliane Zimmermann

    sehr sehr schön. ich erkenne meinen weg, meiner versuche, mein scheitern in einigen punkten gut wieder. an ohneverpackkung-einkaufen ist allerdings in irland überhaupt nicht zu denken, selbst im erstaunlich gut sortierten bioladen nicht. aber kann noch kommen. danke für deine inspiration!

    Gefällt 1 Person

  2. Laura

    Hihi, ich finde mich in deinem Artikel hier gerade sehr gut wieder! Besonders in dem Strohhalmproblem…will den in Zukunft auch unbedingt abbestellen weil das ja wohl der sinnloseste Müll aller Zeiten ist. Hat das denn bei dir schon geklappt? Bei mir im Kopf kommt da sofort der Gedanke auf, dass die Bedienung wiederum dieses Strohhalm-Ding schon so verinnerlicht hat, dass sie es vergisst (und das Ding dann womöglich – weil schon im Glas gewesen – unbenutzt wegschmeißt :D). Und der Gedanke, dass mich einfach alle für awkward und die Sache für völlig übertrieben halten…
    Das mit dem Sojajoghurt will ich auch unbedingt ausprobieren. Habe schon oft Kuhmilch-Joghurt hergestellt und das funktioniert wunderbar! Super easy, weil nur kurz aufkochen, einrühren und dann über Nacht im warmen Ofen lassen. Und bei mir zumindest Less Waste, weil ich mit einem kleinen Joghurt eine ganze Menge Marmeladenglasjoghurt mache.
    Habe deinen Blog übrigens gerade an einem Abend verschlungen ;) Liebe Grüße

    Gefällt mir

    1. Caro

      Juchu! Wenn ich denn dran denke, den Strohhalm abzubestellen kommt das Getränk, sagen wir mal in 50% der Fälle, ohne Strohhalm bei mir an. Was hinter den Kulissen passiert, weiß man natürlich nicht. Aber es geht doch vor allem auch darum aufmerksam drauf zu machen :) . Ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass es besser ist gleich mit dazu zu sagen WARUM man den Strohhalm nicht möchte („ich möchte keinen unnötigen Plastikmüll produzieren“). Das bleibt mehr im Gedächtnis und das Verständnis ist größer und manchen stimmen dann sogar zu (denken vielleicht drüber nach und geben es weiter). Was andere denken, darüber mache ich mir schon lange keinen Kopf mehr – das kommt mit der Zeit! Ich mag diese Situationen inzwischen sogar ziemlich gern, besonders in einer Runde mit vielen Leuten, weil ich immer hoffe, dass sich jemand was abguckt und die meisten verstehen das ja, denken nur selbst nicht dran oder haben die Eier nicht oder nehmen es einfach kommentarlos hin.
      Oh, dann muss ich wohl dringend mehr Content produzieren :D

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