Alternative Haarpflege #2 | Spülungen und Pflege nach dem Waschen

Alternative Haarwäsche - Pflege und Spülung

Im zweiten Teil meiner kleinen Haarserie geht es um Alternativen zum Conditioner und um weitere Pflegemöglichkeiten nach dem Haarewaschen.Zum ersten Teil, der sich um Alternativen zum Shampoo dreht, geht es hier entlang.

Saure Spülung

Saure Rinse mit Apfelessig und Zitrone

Conditioner dient dazu die Schuppenschicht der Haare zu schließen. Eine natürliche Alternative, mit der das auch wunderbar geht und darüber hinaus auch noch mögliche Seifen- oder Kalkrückstände aus den Haaren wäscht, ist die „Saure Rinse“ aus Wasser mit einem Schuss Essig (Apfel-, Himbeer- oder Kräuteressig). Statt Essig kann man auch Zitronen- oder Limettensaft nutzen. So bekommen die Haare einen schönen Glanz, werden geschmeidig und der Zitronensaft hellt, vor allem in Verbindung mit Sonnenlicht, zusätzlich ein wenig auf. Dazu einen Schuss Saft mit Wasser verdünnen und nach dem Waschen über die Haare geben.

Kräuterspülung

Kräuterspülung für die Haare

Viel öfter als eine Saure Spülung mache ich aber eine Kräuterspülung nach dem Waschen (oft kombiniere ich auch beide: erst eine Zitronensaftspülung und dann eine Kräuterspülung hinterher). Die Spülung ist einfach ein starker Kräutertee, den ich mir abgekühlt über die Haare und besonders die Kopfhaut gieße und nicht auswasche. Das ist schnell gemacht, absolut natürlich und ganz ohne tierische Produkte. Wenn man selber Kräuter sammelt oder welche im Garten oder auf dem Balkon anbaut, ist das ganze sogar kostenlos, saisonal und regional noch dazu und kommt ganz ohne Verpackung daher. Mehr Infos zum Haartee, zum Beispiel welche Kräuter was bewirken, habe ich euch hier zusammen gefasst.

Bürsten Bürsten Bürsten

Holzbürste und Holzkamm

Egal für welche alternative Haarwaschmethode man sich letztendlich entscheidet, das Bürsten mit einer Naturborsten-Haarbürste ist immer essentiell. Es lässt die Haare erst so richtig glänzen, denn die Borsten transportieren überschüssiges Fett von der Kopfhaut bis in die Spitzen und versorgen diese mit der so wichtigen Schutzschicht.

Wichtig dabei ist es, mit dem Bürsten zu warten, bis die Haare komplett trocken sind! Die nassen Haare sind viel empfindlicher und brechen sehr viel schneller ab. Deshalb kämme ich meine Haare vor dem Waschen und lasse sie danach an der Luft trocknen. Wenn meine nassen Haare dann ganz besonders wüst aussehen, kämme ich sie manchmal vorsichtig mit einem groben Holzkamm. Aufs Föhnen verzichte ich inzwischen komplett. Im Winter dusche ich einfach vor dem Schlafen und lasse die Haare über Nacht trocknen.

Öl für die Haare

Wer Spitzen hat, die zu Trockenheit neigen, so wie ich, kann sie zusätzlich zu den Spülungen mit Öl pflegen.

Dazu einfach ein ganz paar Tropfen Öl in den Händen verreiben und damit durch die Spitzen und Längen streichen. Öle, die sich dafür eignen sind zum Beispiel Arganöl, Olivenöl, Kokosöl und Jojobaöl.

Öl gegen trockene und kaputte Haarspitzen

Arganöl: Sorgt von innen heraus für Vitalität und Elastizität und kann so Haarbruch vorbeugen, verhindert das Austrocknen und soll das Haarwachstum anregen.

Olivenöl: Spendet Feuchtigkeit, regeneriert kaputtes Haar und hilft gegen Schuppen und eine juckende Kopfhaut.

Kokosöl: Stärkt das Haar von innen heraus und sorgt für Glanz, Frische und Volumen, repariert Schäden, wirkt befeuchtend, regt das Haarwachstum an und hilft gegen Haarausfall.

Jojobaöl: Ist eigentlich ein Wachs und wirkt daher nicht so sehr fettend. Es kann die Haare widerstandsfähiger machen, sorgt für Geschmeidigkeit, stärkt den Haarfolikel, beugt Schuppenbildung vor, stärkt trockenes und brüchiges Haar von innen heraus und kann so Spliss reparieren.

Was meine Spitzen auch ganz besonders gerne mögen, ist Sheabutter. Die gibt es zum Beispiel plastikfrei bei Savion, Sauberkunst, Organic Essences oder Saebevaerkstedet.

Gerne genommen sind auch Ölkuren für die Haare, bei denen ein Öl oder eine Ölmischung auf der Kopfhaut und in den gesamten Haaren verteilt wird und über Nacht einwirkt. Eine Kokosölkur kann so zum Beispiel gegen Schuppen helfen und das Haarwachstum anregen. Für mich funktioniert diese Pflege leider überhaupt nicht, weil ich das Öl einfach nicht mehr aus den Haaren gewaschen bekomme. Selbst die Haarseife hat es nicht geschafft. Ich musste bestimmt fünfmal Lavaerdepulver in meinen Haaren verteilen und wieder herausbürsten bis ich mich wieder aus dem Haus getraut habe.

Nicht jede Methode klappt also für jeden, so wie das bei den Shampoo-Alternativen auch ist. Da heißt es einfach rumprobieren!

Weitere Beiträge zum Thema Haarpflege:

Alternative Haarpflege #1: Shampoo-Alternativen

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Gastbeitrag: Nadines Erfahrungen mit der Haarwäsche mit Seife, Roggenmehl, Wasser

Zero Waste Haarpflege mit festem Shampoo

Plastikfreies DIY-Trockenshampoo

10 Kommentare

  1. […] Die Haare, ein schwieriges Thema, selbst ohne den Gedanken der Plastikvermeidung. Ich denke, da kann jede Frau ein Lied von singen. Und eben weil die Sache so komplex ist, gibt es von mir auch gleich zwei Artikel dazu und einige Updates werden wahrscheinlich auch noch folgen. Heute geht es erstmal um natürliche Alternativen zum herkömmlichen Shampoo und das nächste Mal dann um Alternativen zum Conditioner und die Pflege nach dem Waschen. […]

  2. Ich mag deine Haarpflege Reihe 🙂 Zitronensaft als Spülung habe ich vor einigen Jahren schonmal getestet. Ich weiß gar nicht, warum ich wieder aufgehört habe. Die Kräuterspülung hört sich klasse an und wird auf jeden Fall ausprobiert.

  3. Danke für den Tipp, die Haare im trockenen Zustand zu bürsten. Ich dachte ja nie, dass ich dann noch durchkomme, aber es sieht wirklich viel besser aus 🙂

  4. […] Die Haare, ein schwieriges Thema, selbst ohne den Gedanken der Plastikvermeidung. Ich denke, da kann jeder Mensch mit längeren Haaren ein Lied von singen. Und eben weil die Sache so komplex ist, geht es in diesem Artikel erstmal um natürliche Alternativen zum herkömmlichen Shampoo.Für Alternativen zum Conditioner und die Pflege nach dem Waschen geht’s hier entlang. […]

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